Archiv für September 2011

Radiointerview auf Radio Obskura

Steht die KvU vor dem aus?

Der Heimat der Ostberliner Punks, der KvU – Kirche von Unten, sind die Mietverträge zum Ende nächsten Jahres gekündigt worden. Jetzt sollen dort aber teure Mietswohnungen in der Mitte von Berlin entstehen. Ein Gespräch mit Franzi und Elias.


>>>Hier geht’s zum Interview!< <<


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Extremismusklausel

Vor kurzem wurden wir von einer Initiative von Pankower Jugendeinrichtungen angefragt, eine Resolution zu Extremismusklausel zu unterschreiben. Warum wir das nicht gemacht haben, geht aus unserer Antwort an die Initiative hervor:



Protest Jena: Antifaschismus ist nicht kriminell, sondern notwendig

In Jena wurde vor nicht allzu langer Zeit die JG-Stadtmitte durchsucht. Hierzu schickten wir eine Stellungnahme an das Amtsgericht Dresden, welche wir im folgenden dokumentieren möchten:



KvU in Gefahr…

Tja, wie der Titel schon sagt, haben wir einigen Stress mit dem Vermieter.
Alles begann damit, dass wir kurz vor der Sommerpause 2011 unseren Vermieter um eine Verlängerung unseres Mietvertrages baten.
Der Derzeitige endet am 31.12.2012. Da wir in den Sommerpausen Umbauarbeiten vornehmen, die eventuell kostenintensiv sind, wollten wir auf Nummer sicher gehen. Wir baten also um eine Bestätigung, dass der Vertrag über dieses Datum hinaus verlängert wird.
Nun, wir bekamen folgende Antwort:

„…bezüglich ihrer Anfrage vom *** müssen wir ihnen leider mitteilen, dass ihr Mietvertrag zum 31.12.2011 endet.

Einer Verlängerung darüber hinaus kann aufgrund einer geplanten Sanierung des Objektes NICHT zugestimmt werden.

Mit freundlichen Grüßen
XXXXX…“

(Großschreibungen und Unterstreichungen sind so im Original.)

Das traf uns erstmal volle Breitseite. Naja, nicht ganz. Gerade wurde ja der Marthashof in unmittelbarer Nähe zum Bezug freigegeben. Und um uns rum sind ja schon lange die meisten Eigentümer ihrer vier Wände.
Na gut, wir wollten uns damit jedenfalls so nicht zufrieden geben und setzten ein Antwortschreiben auf.
Wir wiesen darauf hin, dass uns eine Sanierung aufgrund unserer Öffnungszeiten nicht wirklich stört, und wir, um die Kontinuität unserer Arbeit nicht zu gefährden, weiterhin an einer Verlängerung interessiert sind.

Hier die Antwort:

„…da uns die genauen Maßnahmen der bevorstehenden Sanierung des o.g. Objektes noch nicht vorliegen, unser Eigentümer eine Nutzungsänderung in Wohnungen angefragt hat, können wir derzeit einer Verlängerung des Mietverhältnisses über den 31.12.2012 nicht zustimmen.

Gerne können wir sie über etwaige Änderungen in der Planung informieren, gehen jedoch nicht davon aus, dass es seitens des Eigentümers zeitliche und planungstechnische Veränderungen geben wird.

Einer Verlängerung über den 31.12.2012 hinaus kann daher NICHT zugestimmt werden.

Mit freundlichen Grüßen
XXXXX…“

(Großschreibungen und Unterstreichungen sind so im Original.)

Aha. Eine Nutzungsänderung in Wohnraum. Ein Schelm, wer böses denkt. Sollte der Finanzmarktkapitalismus endlich auch uns aus dieser Gegend verdrängen? Zeit wird’s…
Allerdings klang uns der Brief noch sehr schwammig, bezüglich „etwaige(r) Änderungen in der Planung“.
Außerdem viel uns auf, dass sich in diesem Zeitraum häufig gar lustige Leute auf dem Hof aufhielten, die, nach eigener Auskunft, an einem Kauf unserer schönen Arkonahöfe interessiert waren. Es schien also Ausschreibungen zum Verkauf des Geländes zu geben. Laut unserer Verwaltung wollte aber der DERZEITIGE Eigentümer eine Nutzungsänderung in Wohnraum.
Passt alles nicht so richtig zusammen und lässt viel Raum für die wildesten Spekulationen.
Wir baten daher die Verwaltung, uns die Adresse des derzeitigen Eigentümers mitzuteilen, damit wir mit diesem über die Situation sprechen können.

Die Antwort fiel wie erwartet aus:

„…wie Ihnen bereits mitgeteilt, liegen uns die genauen Maßnahmen der bevorstehenden Sanierung des o.g. Objektes noch nicht vor. Ein Kaufvertrag für das Objekt wurde bereits geschlossen,. Derzeit wird der Kaufpreis bereitgestellt und hinterlegt. Nach Hinterlegung des Kaufpreises ist der Eigentumsübergang des Objektes beschlossen. Hierzu werden alle Mieter mit einem entsprechenden Schreiben informiert.
Da es bestehende Verwalterverträge gibt, und wir die Interessen unserer Eigentümer wahren, bitten wir um Verständnis, dass unsererseits keine Adressen unserer Eigentümer herausgegeben werden. Entsprechende Anfragen richten sie bitte an uns. Wie ihnen jedoch mitgeteilt, liegen uns derzeit keine genauen Pläne zur Sanierung des Objektes vor.

Mit freundlichen Grüßen
XXXXX…“

Tja…, also der Eigentümer will Sanieren und eine Nutzungsänderung in Wohnraum, hat das Objekt aber gerade verkauft.
Damit ist wohl völlig klar, was hier läuft.
Vorläufig ist dies das Ende dieses Investorenkrimis. Allerding war dies nur Teil 1 der Geschichte. Sobald es eine Fortsetzung gibt, könnt ihr die hier lesen.