Archiv für Mai 2012

Boxi-Kundgebung

Da wir auf der Kundgebung am Boxi, welche wir als gelungen betrachten, bis auf die Festnahmen natürlich, auch eine Rede gehalten haben, möchten wir sie an dieser Stelle dokumentieren:

KvU, was ist das eigentlich? Ein Hippie-Punk-Pendant zu den Jesusskins? Nein, es ist ein seit nun mehr 25 Jahren bestehender Freiraum im Herzen von Berlin. Doch was hat die Kirche heute hier zu suchen? Der Bezug zur Kirche ergibt sich aus der Geschichte. 1987 fand in der DDR ein nationaler Kirchentag statt. Jedoch herrschte eine stille Übereinkunft zwischen Staat und Kirche, dem Gegenüber nicht ans Bein zu pissen. Daher fanden auf dieser Veranstaltung, die lediglich der Selbstbeweihräucherung der Evangelische Kirche diente, politische Themen keinen Platz. Diverse alternative Gruppen, die sich unter dem Dach der Kirche engagierten, wollten sich diesen von oben verpassten Maulkorb nicht bieten lassen. So fand parallel dazu ein von der Basis organisierter Kirchentag statt – der Kirchentag von Unten.
Aus diesem Ereignis entstand ein Jahr später in Berlin die Kirche von Unten. Zuerst in den Räumlichkeiten in der Elisabethkirche, in Mitte, beheimatet, wurde zusammen mit anderen oppositionellen Gruppen der Wahlbetrug bei den Volkskammerwahlen 1989 nachgewiesen.
Kurz nach der Wende waren wir gezwungen unsere angestammten Räumlichkeiten zu verlassen. Wir fanden jedoch ziemlich schnell neue, in den Arkonahöfen. Diese waren nach der Wende als Soziales Zentrum geplant. Nach 20 Jahren ist als einziges soziales Projekt die K.v.U. geblieben. Und dieser kleine Freiraum ist in seiner Existenz bedroht. Seit dem 5.7.2011 wissen wir, dass unsere Mietverträge nicht verlängert werden sollen. Der Grund den unsere Hausverwaltung, die Ernst Hachmann GmbH mit Sitz in der Westfälischen Straße 37, 39, 41 in 10711 Berlin, angab war, dass das Objekt saniert werden soll. Nachdem wir ihnen mitteilten das uns eine Sanierung nicht sonderlich stören würde, kristallisierte sich heraus was aus unseren Räumlichkeiten werden sollte, Super-Duper-Luxus-Eigentumswohnungen, welche ja bekanntlicher Weise in Berlin Mitte Mangelware sind. Auf eine Anfrage ob wir denn nicht die Daten unseres Besitzers haben könnten um mit ihm korrespondieren zu können bekamen wir sogar eine Antwort. Die Antwort war das sie im Interesse ihrer Kunden diese Daten nicht rausgeben werden.
Durch Recherche verschiedener Gruppen fanden wir als bald heraus das unser Besitzer die IMMOWERT Arkona Höfe GmbH ist.
Diese Firma hat ihren Sitz in der Währinger Straße 47/5 in 1090 Wien. Nun dachten wir, wir hätten einen Ansprechpartner. Denkste Puppe. Der Besitzer der IMMOWERT Arkona Höfe GmbH ist die IMMOWERT Immobilieninvest in Deutschland AG welche ihren Sitz in der Währinger Str. 47/5 in 1090 Wien hat. Der Hauptaktionär der IMMOWERT Immobilieninvest in Deutschland AG ist keine natürliche Person, sondern eine juristische , die Michael F. Simoncic – Privatstiftung, deren Vorstand Michael F. Simoncic (Vorsicht!! Link geht zu Facebook!!) ist. Diese Stiftung hat zu unser aller Überraschung ihren Sitz in der Währinger Str. 47/5 in 1090 Wien.
Ein sehr fleißiger Bursche dieser Michael F. Simoncic (Facebook!!), bereits 1988 gründete er die IMMOWERT – Immobiliengruppe.
Alles in allem hat Herr Michael F. Simoncic (Facebook!!) ein Firmen- und Stiftungsgeflecht um sich herum aufgebaut gegen das jeder Filzmantel wie ein Netzoberteil wirkt.
Aber wieder zurück nach Berlin. Auf einen Brief an Herrn Simoncic (Facebook!!) vom Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte gab es keine Antowort. Im April 2012 wurde eine Resolution in die BVV Mitte eingereicht, mit dem Inhalt das der Bezirk sich für den Erhalt der K.v.U. einsetzten will. In einem Schreiben der Senatsverwaltung für Jugend hieß es das die K.v.U erhaltenswert sei, aber wenn der Investor (Facebook!!) auf seiner Position beharre man nichts machen könne.
Wo kämen wir denn auch hin wenn sich die Regierenden um die Belange des Stimmviehs kümmern würden, Chaos und Demokratie wären die Folgen, die Gesellschaft so wie wir sie kennen würden, würde zusammenbrechen. Daher hält man in den oberen Rängen lieber die Füße still.
Das können wir uns jedoch nicht leisten, denn die Zeit läuft gegen uns, und für Michael F. Simoncic (Facebook!!). Aber wir werden nicht hilflos der Dinge harren die da kommen, Michl (Facebook!!) du weißt wo unser Haus wohnt, wir finden heraus wo dein Bett schläft!

Freitag -Kundgebung am Boxi!



„Wir müssen die Kieze zurückerobern“, sagte der Berliner Landeschef der deuschen Polizeigewerkschaft Bodo Pfalzgraf Anfang diesen Jahres.

Am Freitag dem 25.05.2012 wollen wir dieser Aufforderung gerne wieder einmal folgen.
Im Rahmen des „Carnival of Subculture“ werden wir bereits einen Tag vorher auf dem Boxhagener Platz eine Dauerkundgebung mit Redebeiträgen, Theater und Musik veranstalten.
Wir sind es Leid, gezwungen zu werden immer mehr Plätze und Häuser zu verlassen um Raum für überteuerten Luxuswohnraum und Flaniermeilen zu schaffen. Deshalb treffen wir uns einmal mehr auf der Straße um zu zeigen, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen.

Kommt daher zur Dauerkundgebung, habt Spass und stört damit diejenigen, die uns nicht wollen!

Es wird Redebeiträge von diversen Projekten geben, welche durch Live-Musik und Theater unterstützt werden.

Nach der Veranstaltung wird es ab 22:00 Uhr eine Soli Sause im Fischladen geben.

Supportet by: R78, R94, Rummelplatz, Supamolly, Fischladen, Zielona Gora, NBCrew, FAU/ASJ, KvU, und vielen Anderen

Update zu: Demos und Spontankonzert

Uns wurde noch ein Video zugeschickt, mit der Bitte es heir zu veröffentlichen. Das finden wir gut und machen wir auch. In Zukunft wäre es aber schön, wenn noch ein kleiner Text verfasst wird, und ihr uns nicht nur einen Link schickt.



Demos und Spontankonzert

Tja, viel ist passiert in den letzten Tagen.
Am 27. April fand eine Demonstration unter dem Motto „Wir bleiben Alle!“ für den Erhalt kultureller und sozialer Einrichtungen in Mitte und Prenzlauer Berg und überall in Berlin statt. Unter Anderem mit Parolen wie „KvU und Linie bleibt – one Struggle, one Fight!“ zogen von Verdrängung bedrohte Einrichtungen und deren Fans durch die prenzlige Mitte Berlins. Dabei spielten die Mommy Boys ein Fensterkonzert aus der KvU heraus, als die Demo uns passierte.
Mehr Infos und Bilder gibt es hier

Samstag, den 28. April, fand im Mauerpark ein Spontankonzert statt, bei dem auf die Situation der KvU aufmerksam gemacht wurde. Gespielt haben 4 der verwegensten Bands, die in der KvU ihren Proberaum haben. Diese sind AngefreSSen, die Mommy Boys, Lonny wears Dederon und die immer noch nicht besser gewordenen Eastie Ro!s. Wir bedanken uns für diese überraschende Aktion bei allen Beteiligten, da sie ein nicht zu unterschätzendes Risiko eingingen. Immerhin gibt es im Mauerpark inzwischen Lärmschutzpatroullien.
Zwei Videos vom Konzert findet ihr hier und hier.
Weiter Infos und Bilder gibt es hier und hier.

Auch bei den Demonstrationen zur Walpurgisnacht und am 1. Mai war die KvU vertreten.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle Mitarbeiter, Unterstützer und Symphatisanten, die in der Öffentlichkeit auf unsere Situation aufmerksam machen und/oder den Laden am laufen halten! Wir lieben euch doch alle!