Archiv der Kategorie 'Politix'

KvU-Unplugged II

Weils so schön war das letzte Mal, machen wir am 23.11.2013 das
KvU-Unplugged ein zweites Mal. Diesmal ist es ein Soli für den „Refugee Strike Berlin“.
Beginn 20 Uhr in der KvU.

Hier auch noch ein Trailer, den Ihr gern überall verbreiten könnt.

Kommt zahlreich! ;-)

Sa 28.9.2013: Wem gehört Berlin? – Aufruf zur Aktionsdemo

Wem gehört Berlin?
Aufruf zur Aktionsdemo am Samstag, 28. September 2013

In Berlin hat sich eine lebendige Stadtpolitik von unten entwickelt. An verschiedenen Ecken und Enden führen Initiativen, politische Gruppen, Unterstützer_Innenkreise und Einzelpersonen ihre Kämpfe gegen die Folgen einer profitorientierten unsozialen Politik; wie Privatisierung, Verdrängung und Diskriminierung.

Wir sehen diese unterschiedlichen Kämpfe jedoch als Antwort auf ein großes gemeinsames Problem: Die kapitalistische Verwertungslogik, vorangetrieben von Senat und Investoren. Die Ausmaße dieser rücksichtslosen Politik zeigen sich in verschiedener Intensität und unterschiedlichen Bereichen.

Menschen sind von rassistischer Hetze betroffen, Geflüchtete werden vom Staat diskriminiert. Steigende Mieten, Zwangsräumungen, Verdrängung aus den Innenstädten und Sozialkürzungen an allen Enden stehen auf dem Tagesprogramm. Viele von den übriggebliebenen Freiräumen sind von der Schließung bedroht. Dafür jedoch jagt ein unsinniges Großprojekt das andere und strapaziert die ach so leere Staatskasse.

Während die Preise für den Nahverkehr und die Energie steigen, ein Jugendtreff nach dem anderen wegen fehlender Mittel geschlossen wird, werden Millionen in die Fehlplanung eines Flughafens gesteckt oder das neue Stadtschloss mit 620 Millionen Euro subventioniert; ein wahres Schnäppchen, das keiner braucht. Letztes Jahr wurden über 6000 Zwangsräumungen angeordnet, 7260 Wohnungen zu Eigentumswohnungen umgewandelt, aber dafür kann nun auch in Neukölln luxuriös residiert werden. Die Fahrpreise für Bus und Bahn stiegen mal wieder an, doch immerhin kommt die A100. Für 500 Millionen ist sie quasi geschenkt!

Berlin wird verwertet und zwar gründlich. Ob Wohnen, Bildung, Mobilität, Energie, Wasser oder Freiräume, überall herrscht dasselbe Prinzip: Eine Stadt wird zum Unternehmen. An menschlichen (Grund-)Bedürfnissen wird maximal Geld verdient und da die Möglichkeiten nach und nach weniger werden, wird nun auch aus den letzten Winkeln geschröpft. Der Preis für diese sogenannte Aufwertung ist hoch, und bezahlen tun ihn all diejenigen, die bei dem Spielchen der Umwandlung zur homogenen Stadt für Wohlverdiener nicht mitspielen können, dürfen oder wollen.

Doch wem gehört denn nun Berlin?

Diese Frage wird jeden Tag an vielen Orten und auf verschiedene Weise gestellt. Die Antwort vieler Menschen darauf lautet, sich aktiv gegen diese Zustände zur Wehr zu setzen. Ungeachtet von Herkunft, Staatsangehörigkeit, Einkommen oder Status sehen sie sich als Teil dieser Stadt und wollen es auch bleiben.

So gibt es überall Menschen, die sich gegen Diskriminierung und Abschiebung engagieren, die Zwangsräumungen verhindern oder ihren Freiraum mit verschiedenen Mitteln verteidigen. Arbeitssuchende sind ungehorsam gegenüber Jobcentern und Mieter_innen organisieren sich gegen Modernisierungsankündigungen. Kleingärtner_innen überlassen ihr Refugium nicht mehr den Planierraupen. Und Senior_innen kämpfen für ihre Begegnungsstätten. All diese Menschen sind Teil des Kampfes für eine Stadt, die sich nicht nach dem maximalen Profit richtet, sondern nach den Bedürfnissen ALLER die dort leben und leben wollen.

Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass sich in Ländern wie Spanien, Brasilien oder der Türkei aus genau diesen Bedürfnissen heraus machtvolle soziale Protestbewegungen entwickelt haben. Menschen werden massenhaft aktiv und setzen sich selbst unter großen persönlichen Risiken für gesellschaftliche Veränderungen ein.

Trotz der Unterschiedlichkeit der konkreten Problemlagen, sowie der Themen und Aktionsformen wollen wir unseren Protest im Kontext der sozialen Auseinandersetzungen verorten, die anderswo auf dem Planeten gegen kapitalistische Verwertung und für emanzipatorische Ziele geführt werden.
Dort hat die Wut über die bestehenden Missstände, die Notwendigkeit für Veränderung und die Entschlossenheit sich zu wehren unterschiedlichste Personen und Gruppen zusammengebracht und sie zu einer zielstrebigen und wehrhaften Masse werden lassen.

Die Bereitschaft zusammen zu agieren und als geschlossene Masse aufzutreten war sicherlich mitunter Grund für die Kraft dieser Proteste und hat auch darüber hinaus Kämpfende zusammengeführt. Der Staat setzt in seinem kapitalistischen Verwertungsspiel auf Konkurrenz und Vereinzelung, doch wir setzen unsere Solidarität und Vielfältigkeit entgegen.

Zusammen mit euch wollen wir ein neues Format des Protestes wagen, um die unterschiedlichen Kämpfe sichtbar zu machen und vereint zum Ausdruck zu bringen. Denn nur gemeinsam können wir unseren Widerstand stärken und der Kommerzialisierung Berlins wirksam und nachhaltig entgegentreten, um zu verteidigen, was uns bleibt und zurückzuholen was uns genommen wurde.

Gegen den Ausverkauf Berlins! Für eine Stadtpolitik von unten!

Aktionsdemo am 28. September 2013
Samstag, 14 Uhr, Lausitzer Platz
im Rahmen des bundesweiten Aktionstag

Keine Profite mit der Miete
WBA (Wir bleiben alle!)

Solikundgebung und Konzert


Es ist Zeit zu handeln! Finger weg von der KvU!

Die Situation der KvU (Kirche von Unten) wird nicht besser. Noch kann der Jugendtreff in der Kremmener Straße seine Türen für alle Interessierten öffnen. Doch der Räumungstitel für eines der ältesten Projekte in Mitte ist da. Das heißt Mitmachende, Freund_innen, Nutzer_innen, Sympathisant_innen, Alte, Junge, Punks und Spießer müssen voller Wut und Trauer auf den Gerichtsvollzieher warten. Einer politischen Lösung haben sich die Verantwortlichen aus Senat und Bezirk verweigert.

Wir, die Freund_innen und Nachbar_innen, wollen mit unserer Wut und Trauer in die Öffentlichkeit gehen. Wir werden an der Zionskirche, wo die KvU entstand, einen Aufruf zusammen mit alten und neuen Gefährt_innen des subkulturellen Projekts für den Erhalt
in die Welt schreien. Nicht nur die KVU ist bedroht, auch das Hausprojekt in der Linienstraße 206 und die Kulturkneipe BAIZ.

Für uns in Berlin-Mitte sind das Projekte, die das Wohnen in diesem Kiez überhaupt noch lebenswert machen.

Wir haben schon lange genug von Luxussanierungen und Upper Class Shopping!

Luxussanierung ist kein Spaß!
Macht kaputt, was euch kaputt macht!

Kommt zur Kundgebung am 13.07.2013
Zionskirchplatz, Berlin-Mitte
von 17 – 22 Uhr

Es spielen Hasenscheiße (kurzweilig), The Lennons (Punk) und The Neofarius (Klezmer).

UPDATE:

Hasenscheisse hat kurzfristig abgesagt, Stattdessen spielen Isolation Berlin

http://kvu.blogsport.de
http://linie206.blogsport.de
http://baiz.krassnix.de

Kundgebung zum Erhalt der KvU

Am 29.06.2013 um 15:00 Uhr findet, in der Kremmener Straße 9-11 (Nähe Mauerpark) / Berlin-Mitte, eine Kundgebung für den Erhalt der KvU statt. Danach gibt es ein Umsonst-Konzert im Keller. Es wird hoffentlich nicht das letzte sein. Wir würden uns freuen, wenn all jene, welche nicht auf die Fusion fahren an unserer Kundgebung teilnehmen, um sich zu solidarisieren und ihre Unterstützung zu zeigen.

Live on Stage:

  • vor allem viele Projekte und Inis mit Redebeiträgen
  • Lena Stoehrfaktor
  • Yok
  • Die Dorks
  • Piratenpapst
  • Krückenkrieger
  • Syntax Error
  • Egal
  • Tilidin

Aufruf:

1988 erkämpfte eine Gruppe junger Menschen in der DDR eigene Räume um ihre Vorstellungen vom Miteinander zu verwirklichen. Zunächst befanden sich diese Räume in kirchlichem Eigentum. Somit war der Name Kirche von Unten, kurz KvU, schnell etabliert. 1992 erfolgte der Umzug in die Arkonahöfe in der Kremmener Straße 9-11, wo sich die KvU bis heute befindet. Seit 2011 wußte die KvU, dass ihr Mietverhältnis zum 01.01.2013 enden wird. Sie bemühte sich mit dem Eigentümer in Kontakt zu treten, was jedoch durch die Hausverwaltung, der Ernst G. Hachman GmbH, Sitz in der Westfälischen Straße in Berlin, nahezu unmöglich gemacht wurde. Nachdem es endlich gelang, mit der Eigentümerin, der Immowert Immobilien AG in Wien, in Kontakt zu treten, hüllte diese sich in Schweigen. Weder mit der KvU, noch deren Anwalt oder dem Berliner Senat wollte Michael F. Simoncic (MFS!) reden.

Der Senat selbst zuckte mit den Schultern, und erklärte, dass im Kapitalismus nun mal jede_r mit ihrem/seinem Eigentum verfahren könne, wie sie/er es für richtig hält. Da könne die Politik nicht viel machen. Nicht viel bedeutet in diesem Falle gar nichts. Zwar beschlossen verschiedene Bezirksverordnetenversammlungen, dass die KvU unterstützenswert wäre, das war dann aber auch schon alles an Unterstützung.

Die KvU nutzte die Räume weiterhin, bis es zu einem Gerichtsverfahren gegen den Verbund e.V., dem Hauptmieter der Räumlichkeiten, kam. Kurz vor dem Gerichtstermin gab dieser die Schlüssel an die Hausverwaltung ab. Da wir jedoch inzwischen mit unserem Verein Mobile Bausubstanz die Räume nutzen, konnten die Verwalter die Räume nicht betreten. Daher bestanden sie auf dem Verfahren. Im Verfahren erhielt die Verwaltung den ersehnten Räumungstitel. Dummerweise gegen den Verbund e.V.. Da dieser die Räume nicht mehr nutzt, dürfte sich die Freude in Grenzen halten. Was genau das für uns bedeutet ist etwas unklar. Auf jeden Fall sind wir akut räumungsbedroht. Was uns aber nicht davon abhält, unseren gewohnten Betrieb unter altem Namen aufrecht zu erhalten.

Da in Berlin, wie fast überall sonst auch, der Trend zum Luxuswohnen vorherrscht, ist es der KvU bisher nicht gelungen neue Räumlichkeiten zu finden. Ob dies auf Grund der herrschenden Verhältnisse überhaupt möglich ist, darf bezweifelt werden. Überall werden Menschen zwangssaniert und zwangsgeräumt. Inzwischen sogar mit tödlichen Folgen. Wir werden dies nicht weiter akzeptieren und uns eindeutig gegen eine derartige Politik positionieren. Schickt eure Polizei, wir werden da sein! Lasst uns von euren Bütteln Zusammenschlagen, wie es die Herrschenden seit Anbeginn der Entdeckung von Privilegien tun! Rettet euer Eigentum vor uns! Aber bedenkt Eines: wir werden unsere Räume nicht freiwillig verlassen!

Kommt daher zur Kundgebung am 29.06. um 15 Uhr in die Kremmener Straße und zeigt, dass auch ihr keine Räumungen wollt!
Weder der KvU, noch der Linienstraße, der Köpi, den Refugee-Camps, dem AZ in Köln, der Pizzeria Anarchia (Wien) oder von sonstwem!
Keine Räumung, nirgendwo! Wir bleiben Alle!


-------------------------------------------------------------------
Außerdem erreichte uns folgender Hilferuf der KvU:

An alle Aktivist_innen und Unterstützer_innen der KvU!
Wie ihr bereits mitbekommen habt, hat die Ernst Hachmann GmbH, sesshaft in der Westfählischen Straße 37-41 in 10711 Berlin, die Nutzungsmietverträge des Jugendclubs KvU, die zum 31.12.2012 ausgelaufen sind, nicht verlängert. Seit wir dies wissen, sind wir wie wild dabei ein gleichwertiges Ersatzobjekt zu finden.
Viele von uns haben jedoch ihre Freizeit und Kreativität, Kraft und Elan in die, nun bereits seit 22 Jahren genutzen Räume, gesteckt und wollen diese nicht einfach so hergeben. Im Januar 2013 klagte die Ernst G. Hachmann GmbH gegen die KvU, vertreten durch den VerBund e.V., und gewann das Verfahren am 15.5.2013. Die Hoffnung in der Zwischenzeit neue Räume zu finden, wurde leider nicht erfüllt. Das Verfahren führte dazu, dass es nun einen Gerichtsbeschluss gibt, der besagt, dass die KvU, die Räume zu verlassen hat.
Die KvU räumte also die Räume. Der Verein Mobile Bausubstanz e.V., der auch unter dem Namen KvU auftritt ist dieser Forderung bis zum heutigen Tag jedoch noch nicht nachgekommen. Im gleichen Zug sind für die KvU imense Kosten entstanden. Diese schlagen mit etwa 3100 Euro zu Buche. Da wir nicht vorhaben diese Kosten durch erhöhte Getränke- und VoKüpreise zu kompensieren, bitten wir alle Aktivist_innen und Unterstützer_innen uns finanzielle Hilfe zukommen zu lassen. Es ist möglich, eine Spendenquittung zu bekommen. Fragt einfach!

Inhaber: Verbund e.V.
Spendenkonto Nr.: 170 68 68
BLZ: 100 602 37
Institut: Evangelische Darlehensgenossenschaft Berlin
Verwendungszweck: Unterstützung KvU

Wir bleiben, Alle!
Eure KvU Kollektivist_innen
-------------------------------------------------------------------

Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen, außer, dass auch wir die KvU so weit wir können unterstützen.
Unsere Solidarität gilt allen kämpfenden Projekten , Personenzusammenhängen und Einzelpersonen weltweit!

Unterstützer_innen der KvU in Zusammenarbeit mit der Mobilen Bausubstanz

weiterführende Infos:

Solierklärung aus der Brunnen 6/7

Heute erreichte uns folgende Solidaritätserklärung, über welche wir uns sehr gefreut haben.
VIELEN DANK!!! :-D

Jetzt oder gar nicht! KvU verteidigen!

Seit dem 1. Januar diesen Jahres hat sich die Situation für die
Nutzer_innen der Kirche von Unten (KvU) dramatisch zugespitzt.

Die KvU ist ein Projekt mit langer Geschichte in der undogmatischen linken
Opposition in der DDR, und ist seit Anfang der 90er Jahre eines der
wichtigen subkulturellen und politischen Projekte im Prenzlauer Berg.
In dem Gebäude in der Kremmener Straße 9-11 plant ein Investor aus
Wien Luxuswohnungen, obwohl es davon in Berlin, besonders in Mitte
schon mehr als genug gibt. Da bisher alle Vermittlungsversuche mit dem
Eigentümer gescheitert sind und sich die Politik hinaus nicht weiter
engagiert, ist jetzt Solidarität gefordert!

Anfang des Jahres hat sich die KvU geweigert, ihre Schlüssel zu
übergeben und muss sich seitdem mit einer Räumungsklage herumschlagen.
Jetzt hat ein zweiter Verein, der ebenfalls schon lange in den Räumen
aktiv ist, gemeutert und den Laden übernommen. Die Eigentümer konnten
das Haus nicht betreten, denn die Schlüssel passten nicht mehr. Um
eine Räumung der KvU zu verhindern und doch noch ein geeignetes
Ersatzobjekt zu finden braucht es politischen Druck!

Zudem: Die KvU ist nicht allein.
Auch das Hausprojekt in der Linienstraße 206 und die Kulturkneipe BAIZ sind aktuell bedroht.
Damit würden in Berlin-Mitte drei weitere Projekte verdrängt, die für uns
das Wohnen in diesem Kiez überhaupt noch lebenswert machen. Wir haben
schon lange genug von Luxussanierungen und Upper Class Shopping!

Deshalb fordern wir alle in dieser Stadt auf: Seid solidarisch!
Unterstützt diese Erklärung oder schreibt eigene! Macht Aktionen!
Kommt zu den Unterstützer_innentreffen! Jetzt!

Finger weg von der KvU!
Luxussanierung ist kein Spaß!
Macht kaputt, was euch kaputt macht!


Bewohner_innen des Hausprojektes Brunnenstraße 6/7

Weitere Unterzeichner dieser Solierklärung:
Bewohner_innen des Hausprojektes Kastanienallee 86